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Traditioneller Kandyan Dance 2010Am 30. Januar 2010 fand am Degaldoruwa Höhlentempel nordöstlich von Kandy eine Tanzveranstaltung der besonderen Art* statt. Der Kandyan Dance, der heutzutage oftmals als Unterhaltung für Touristen in den großen Hotels aufgeführt wird, wurde an diesem Abend in einem sehr ursprünglichen Rahmen für Menschen aufgeführt, die in ihrem täglichen Leben nur noch wenige bis keine Berührungspunkte mehr mit ihren eigenen traditionellen Tänzen haben. Der Tanzplatz ist eingerahmt von Fahnen und Banner aus der Zeit der Kandy-Königreiche. Um der Idee eines sehr traditionellen Tanzabends noch näher zu kommen, wurde auf elektrisches Licht verzichtet und die Tanzfläche ist durch eine Vielzahl von aus Kokosnüssen gebauten Fackeln sowie Öllämpchen erleuchtet. Das Interesse an diesem Abend ist groß und so haben sich bis zum Beginn der Veranstaltung viele Bewohner/innen der umliegenden Dörfer am Tempel eingefunden und warten im Feuerschein auf die Tänzer und Musiker. Währenddessen legen die Tänzer und Trommler in einem zum Tempel gehörenden Klassenzimmer ihre aufwendigen Kostüme an. Eben noch junge Männer in T-Shirts und Jeans, begeben sich die Hauptakteure des Abends nach und nach auf eine modische Zeitreise. Kopfbedeckungen der Trommler werden gegenseitig gebunden und deren Sitz kritisch kontrolliert, rote Bauchwickel angelegt und die Tänzer krönen ihr Kostüm mit einer kleinen, auf dem Kopf getragenen Dagoba aus Holz von deren Spitze ein langes Band frei herunterhängt. Zuletzt werden der silberne Kopfschmuck und der übergroße Ohrschmuck angelegt. Den Anfang machen, wie in Sri Lanka üblich, Reden der Menschen, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben. So sprechen einer der Mönche des Tempels und Waidyawathie Rajapakse über die Bedeutung des Abends und des Tanzes. Im Anschluß erklingen die großen vor dem Bauch der Trommler getragenen Instrumente und die Tänzer betreten den für sie vorgesehenen Platz in Mitten der Zuschauer. Mit vor der Brust zusammengehaltenen Händen beginnen die Künstler mit einem Gesang, dessen Lautstärke wellenartig heran- und wieder wegrollt. Sobald der Gesang etwas abebbt beginnt einer der Sänger erneut mit größerer Lautstärke zu singen und die anderen schließen sich ihm kanonartig an. Nach einer Verbeugung vor den anwesenden Mönchen und den Zuschauern beginnt die Gruppe mit dem Tanz der ersten Vannama. Ähnlich wie im vorangegangenen Gesang bewegt sich die Gruppe der Tänzer harmonisch miteinander. Langsame und schnelle Elemente lösen einander ab und einzelne Tänzer treten aus der Gruppe heraus, um dann kurze Zeit später mit den gleichen Bewegungen wieder in die Gruppe integriert zu werden. Insgesamt werden von den Tänzern sechs verschiedene Vannama aufgeführt. Begleitet von fünf Trommlern singen und tanzen die sechs Tänzer die jeweils ungefähr halbstündigen Vannama. Die sechs Tänzer stammen aus drei verschiedenen Familien, die sich seit vielen Generationen dem Kandyan Dance widmen. Interessant ist es, zu sehen, das die Grundelemente des Tanzes von jedem Mitglied der einzelnen Tanzfamilien gleich umgesetzt werden, es aber sichtbare Unterschiede bei einzelnen Bewegungsabläufen gib. Dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Kandyan Dance auch heute noch lebt und sich weiterentwickelt. Nach knapp über drei Stunden verabschieden sich die Künstler von den Zuschauern, die einen sehr gelungenen, traditionellen Abend erleben durften.
* Der Sri Lanka Verein Hamburg e.V. hat an der Planung und Durchführung der Veranstaltung nicht direkt mitgewirkt. Die Ideengeberin und Organisatorin für diesen und zwei weitere Abende im Februar und März ist aber Waidyawathie Rajapakse, die Leiterin der Amunugama School for Traditional Music and Dance, mit der der Sri Lanka Verein seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Den Mitgliedern und Freunden des Sri Lanka Vereins ist Waidyawathie Rajapakse durch ihre Arbeit mit Almut Jayaweera und den Tänzer/innen der Erika Klütz Schule bekannt. Die Unterstützung der Tanzschule durch den Sri Lanka Verein Hamburg e.V. ermöglicht u.a. Veranstaltungen wie die oben beschriebene. |
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